Endovaskuläre Behandlung von Verletzungen der Arteria axillo-subclavia: ein Überblick über die veröffentlichten Erfahrungen

Apr 19, 2021
admin

Hintergrund: Die Rolle der endovaskulären Behandlung von Gefäßverletzungen, einschließlich Verletzungen der Arteria subclavia und der Arteria axillaris, entwickelt sich ständig weiter. Trotz zunehmender Erfahrung mit dem Einsatz dieser Techniken bei artherosklerotischen und aneurysmatischen Erkrankungen beschränken sich die veröffentlichten Berichte über traumatische Verletzungen der Arteria subclavia und der Arteria axillaris nach wie vor auf sporadische Fallberichte und Fallserien.

Methoden: Wir führten eine Überprüfung der medizinischen Literatur von 1990 bis 2012 durch, indem wir in den Datenbanken Pubmed und OVID Medline nach allen Berichten suchten, die den Einsatz von endovaskulärem Stenting zur Behandlung von Verletzungen der Arteria subclavia oder axillaris dokumentieren. Es wurden zweiunddreißig veröffentlichte Berichte identifiziert. Die einzelnen Manuskripte wurden analysiert, um Daten zu Mechanismus, Ort und Art der Verletzung, endovaskulärer Technik und verwendetem Endotransplantat-Typ, Follow-up sowie radiologischen und klinischen Ergebnissen zu erfassen.

Ergebnisse: Die Anwendung des endovaskulären Stentings zur Behandlung von Verletzungen der Arteria subclavia (150) oder der Arteria axillaris (10) wurde von 1996 bis heute nur für 160 Patienten angemessen beschrieben. Die endovaskuläre Behandlung wurde nach penetrierenden Verletzungen (56,3 %; 29 GSW; 61 SW), stumpfen Traumata (21,3 %), iatrogenen katheterbedingten Verletzungen (21,8 %) und chirurgischen Verletzungen (0,6 %) eingesetzt. Zu den behandelten Verletzungen gehörten ein Pseudoaneurysma (77), eine AV-Fistel (27), ein Verschluss (16), eine Transektion (8), eine Perforation (22), eine Dissektion (6) oder andere Verletzungen, die nicht vollständig beschrieben sind (4). Die erste endovaskuläre Stentimplantation war bei 96,9 % der Patienten erfolgreich. Röntgenologische und klinische Nachuntersuchungen von der Entlassung aus dem Krankenhaus bis zu 70 Monaten ergaben eine Durchgängigkeit von 84,4 %. Es wurden keine Todesfälle im Zusammenhang mit dem endovaskulären Eingriff gemeldet. Neue neurologische Defizite nach dem Einsatz endovaskulärer Verfahren wurden nur bei einem Patienten gemeldet.

Schlussfolgerung: Die endovaskuläre Behandlung von traumatischen Verletzungen der Arteria subclavia und der Arteria axillaris entwickelt sich weiter. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend, aber die Erfahrungen mit dieser Behandlungsmethode und die Daten über die Nachsorge sind noch begrenzt. Zusätzliche multizentrische prospektive Studien und die Erfassung von Daten für diese Patienten sind gerechtfertigt, um die Rolle dieser Behandlungsmodalität im Rahmen eines Traumas weiter zu definieren.

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